September – November 2018 Teneriffa

Samstag, 1. September 2018
Pünktlich um 5.00h startet Wolfgang die Maschine. Reto von der SY Noworries und René machen ihm die Leinen los, und schwupp; weg ist er….. René lädt Retro und mich noch zu einem Kaffee ein und um 6.00h mache ich mich auf den Weg zur Fähre, sie startet um 7.30Uhr. Bei mir klappt alles wunderbar, aber als wir das Hafenbecken verließen, ging gleich das Geschaukel los und zwar heftigst. Überall wurden bereits die Spucktüten benutzt, ob groß oder klein, es blieben nicht sehr viele Leute verschont. Habe mir ein Bonbon nach dem anderen gegönnt, bloß nicht nachdenken und nur mit offenem Mund atmen…… wie es wohl Wolfgang ergeht bei dem Geschaukel? Um 9.45h war ich bereits in Santa Cruz und bin gleich in die Marina San Miguel gefahren um vielleicht noch den Hafenmeister im Büro zu erwischen. Aber leider hat das Büro Samstags und Sonntags komplett geschlossen. Ok; die Marineros sind uns ja noch bekannt vom letzten Mal, also habe ich Angel angesprochen, ob ich wohl schon einen Platz für die Mon Amour reservieren kann. Hab ich auch so hingekriegt mit meinem spanisch und er sagte; „un Momento“, denn er war gerade damit beschäftigt, ein Boot mit dem Kran wieder ins Wasser zu setzen. Ein kleines Boot wartete bereits darauf, herausgehoben zu werden und Angel gab mir zu verstehen, das es noch etwas dauern würde und ich sagte ; kein Problem, ich habe Zeit! Das Boot wurde an Land gesetzt; Gaby wartet. Das Boot wurde abgespritzt und Gaby wartet immer noch, bereits 1 ½ Std. War ja kein Problem, aber dann kam Angel zu mir und fragte doch wahrhaftig, warum ich warte, ich würde für nichts warten………ich sollte am Montag ins Büro gehen…….. grrrrrhhhhh hat er mich da verar……????? An Sprachproblemen hat es wahrhaftig in diesem Falle nicht gelegen. Also suche ich mir einfach einen freien Platz aus.
Da Wolfgang sowieso nicht vor 17.00h ankommen kann, suche ich mir ein Restaurant mit Wifi, damit ich sehen kann, wo er ist und will ihm schonmal
telefonisch Bescheid geben, wo er anlegen kann. Aber…. was ist das? Ich habe am Handy kein Netz…. trotz mehrmaligen Ein-und Ausschalten; nur Notrufe möglich, wieder grhhhhhh, aber hier in der Marina sind noch so einige Leute, die wir vom letzten Mal her kennen und ich kann mit deren Telefon telefonieren. Wolfgang hat auch Probleme mit der Verbindung, aber die spanische Nummer funktioniert und ich kann ihm sagen, an welchem Steg er anlegen soll. Um 17.55h ist die Mon Amour gut in San Miguel angekommen. Nach der Frage; wie ist es denn so gelaufen;
Kommentar; „Och, es hat zwar geschaukelt, das Segeln war aber wunderbar!“
Er hatte Wind aus Norden mit ca 4-5 Beaufort und eine Welle aus Westen, das gab dann das Geschaukel. Zwischendurch mußte der Motor doch mal nachhelfen, denn ankommen wollte er auch mal! Unterwegs hat ihn dann noch ein Piepen fürchterlich erschreckt, er hatte schon Befürchtungen, es wäre der Motor, doch nach dem ausschalten piepte es immer noch; es war der Autopilot, der des öfteren aus dem Ruder lief. Das gibt eine Baustelle!!! Egal, für die knapp 74 sm hat die Mon Amour 13 Std. gebraucht, Wolfgang ist sehr zufrieden!!!

Sonntag, 2. September 2018
Erst mal ausschlafen, einen strammen Max zum Frühstück und dann wird die Mon Amour vom Salz befreit. Wir sind ganz schön ins Schwitzen gekommen, hier scheint uns die Sonne voll auf den Pelz im Gegensatz zu Las Palmas, wo es meistens bewölkt ist. Schön ruhig ist es hier auch, keine Sirenen von Krankenwagen, nur der Wind, herrlich…….. na ja, hier und da mal ein paar Flugzeuge im Landeanflug, aber daran gewöhnt man sich schnell!

Dienstag, 4. September 2018
Der erste Ausflug treibt uns nach El Médano, dort schauen wir mal den vielen Surfern und Kytern zu. Na ja, der Wind ist hier heftig und die Jungs da draußen haben bestimmt ihren Spaß. In La Tejita schauen wir uns den Strand mal an, befinden ihn nicht schlecht -nicht so viele Touris- und fahren weiter nach Los Abrigos um dort Fisch zu essen.  
Mittwoch, 5. September 2018
Heute bekommen wir Besuch von Estrella und Johannes, die beiden kennen wir von unseren letzten Aufenthalten hier in der Marina. Sie waren inzwischen in der Karibik und haben sich nun eine Finca in San Juan gekauft. Jetzt dürft ihr mal raten, was es an Bord zu Essen gab; rrrrrichtig, Rouladen. Die Augen der beiden strahlten auch, nicht nur Wolfgang´s!!! Es gab richtig viel zu erzählen, da unser letztes Treffen ca. vor 5 Jahren war.

Samstag, 8. September 2018
Der Ort San Juan hat uns neugierig gemacht, da wir ihn noch nicht kennen. Er liegt an der Westküste Teneriffas kurz vor Los Gigantes. Johannes hat dort sein Boot in der Bucht liegen und Wolfgang möchte sich das mal ansehen, da es ja so viele Buchten zum ankern hier ja nun nicht gibt. Wir finden einen kleinen Hafen mit vielen Fischerbooten und Johannes SY Dorasy liegt schön brav vor Anker und Mooring. Es gibt sogar eine schöne Promenade, die um einen Berg führt, wo man noch einige Höhlen sehen kann, die wohl früher mal bewohnt wurden, doch jetzt leider abgesperrt sind. Ein restaurierter Kalkofen sticht ebenfalls ins Auge, dort wurden früher die Kalksteine von den anderen canarischen Inseln mit dem Schiff angeliefert und zu Baustoff verarbeitet. Die Wohnhöhlen wurden ja damals einmal im Jahr mit Kalk gestrichen, um sie praktisch zu desinfizieren (haben wir bei einem Ausflug in Gran Canaria gelern!)

Montag, 10. September 2018
Estrella und Johannes haben uns auf ihre Finca eingeladen und Dank der Technik konnten wir sie schnell finden. Wouh, was für eine Aussicht, sie können direkt auf ihr Boot schauen – natürlich mit dem Fernglas -!! Eine Menge Hühner, Enten, Truthähne und ein Pfauenpärchen sind deren Mitbewohner auf fast 7.000qm Grundfläche, die mit wunderschönen Pflanzen bestückt ist. Ein herrliches Stückchen Erde hier oben.

Es gab gaaanz leckeres Kaninchen, eingelegt schon 3 Tage vorher in Rotwein, leggggggger!!!!!!!

 

Dienstag, 11. September 2018

Heute haben wir einen Termin in einer Reifenwerkstatt. Unser Auto sagte uns  „Reifendruck prüfen“ ok, ist ja gut, machen wir doch!! Aber das kam so alle 3-4 Wochen vor und das ist nicht gut! Vielleicht ein Nagel im Reifen? Die Jungs in der Werkstatt haben schnell die Ursache gefunden, jupp, ein Nagel. Die Reparatur war schnell gemacht und das Ganze hat ein Vermögen gekostet; habe zweimal nachgefragt, ob das auch alles so richtig wäre; 6,00 Euro!! Wouh!

Montag, 17. September 2018
Arbeitstag; des Skippers liebste Arbeit an Bord, jaawollll, die Toilette und alles was dazugehört! Wolfgang hat das Gefühl, dass der vordere Schwarzwassertank leckt, das Teil muss kontrolliert werden, zu deutsch; ausbauen…..!!!!!! Hängeschrank und Rückwand abbauen, alle Schläuche abmontieren (schon breitet sich ein üblicher Geruch aus?!) und versuchen, das Teil ohne Sauerei an die Oberfläche zu buxieren. Manno, war das Ding auch schon so schwer beim Einbau?? Egal, diese Aufgabe wurde mit viel Schweiß, aber mit Bravour gelöst., Tank am Steg! Jetzt geht’s ans spülen, natürlich kommt zunächst eine braune Brühe zum Vorschein, dann Steine, Steine, Steine. Also die Wassertiefe zwischen Steg und Mon Amour ist bestimmt um einen halben Meter weniger geworden. Unglaublich, wie viele Steine sich in den Jahren dort gebildet haben. Wir hätten sie mal sammeln sollen, Steine aus eigener Herstellung!!!! Kein Wunder, das der Tank so schwer war! Nach 2 ½ Std. Spülung wurde der Tank dann in den Wind zwecks Trocknung gestellt, denn das Leck oder die Lecks sollten schließlich gefunden werden. Nach erneuerter Spülung hat Wolfgang dann auch zwei kleine Löcher gefunden und hier in der Marina können sie sogar wieder zugeschweißt werden.
Abends gehen wir mit unserem Bootsnachbarn Reinhard und Josefa in ein schönes italienisches Restaurant hier bei uns in der Nähe.

Mittwoch, 19. September 2018
Früh morgens kam der geschweißte Edelstahltank wieder zurück und es wurden uns wieder neue Steine beschert. Durch die Hitze hat sich noch mehr von den Seitenwänden gelöst und des rappelte noch reichlich im Inneren. Also nochmals wieder spülen, spülen, spülen, denn wenn sich jetzt noch lose Steine darin rumtollen, setzten sich diese gleich wieder in den Auslässen fest; Nicht gut, gar nicht gut! Da kam uns dann unser Nachbar Reinhard zur Hilfe mit einem Dampfstrahler mit Fräsendüse, mit dem wir den Tank innen gut abspritzen konnten und sich so alles gut lösen konnte. Puh, Tank sauber!!!! Reinhard und Josefa wollen uns in Alcalá ihr Lieblingsrestaurant zeigen und das Abendessen haben wir uns heute wirklich verdient. Der Ort liegt kurz vor Los Gigantes und das Restaurant hat die Tische direkt am Meer, wunderschöner Ausblick aufs Wasser und auf La Gomera. Super, und das Essen war ebenfalls sehr gut, also hier waren wir nicht das letzte Mal. Danke für den Tipp!