November – Dezember 2019 Tazacorte

Freitag, 1. November 2019

Wir sind wieder an Bord der Mon Amour! Am Montag, den 28.10.19 landete der Flieger pünktlich in Santa Cruz de La Palma, wo Federiko (TO-Stützpunktleiter) uns herzlichst begrüsste. Die Temperaturen hier hauten uns gleich um, 28° und strahlend blauer Himmel! Da beeilten wir uns schnell aus den dicken Jeanshosen und Socken herauszukommen!

An Bord wurden erst einmal die Koffer ausgepackt – irgendwie bringen wir immer sooooo viele Sachen aus Deutschland mit – und am nächsten Tag wurde die Mon Amour von dem vielen Staub befreit. Somit waren wir die letzten Tagen ganz schön beschäftigt!

Gestern Abend hatten wir einen harten Kampfabend! Holger und Carmen von der SY Aplysia nahmen uns mit zu den lucha-Ringern in Tazacorte.

Der kanarische Ringkampf ist auf den Inseln eine sehr populäre Sportart und soll ursprünglich von den Ureinwohnern der Inseln stammen. Schätzungsweise sind es vier-bis fünftausend Lucha-Ringer, die sogenannten luchaderos, die in den ca hundert kanarischen Vereinen dem lucha canaria nachgehen.

Der Kampf beginnt im terrero, einem mit Sand bedeckten Kreis mit einem Durchmesser von 10 Metern. Beide Ringer stehen barfüss Schulter an Schulter und greifen nach dem ausgekrempelten Hosenbein des Gegners. Ziel des Kampfes ist es, den gegnerischen Ringer dazu zubringen, dass er mit einem anderen Körperteil als den Füssen den Boden berührt. Jede Paarung ringt in drei Runden. Gewinner ist der Ringer, welcher zwei Runden gewonnen hat. Diese Sportart gilt heute als einzigartiges Kulturerbe der Canaren und der Abend war sehr kurzweilig.

Sonntag, 3. November 2019

Heute wurden wir mal wieder reichlich beschenkt. Ein hiesiger Freund unseres ehemaligen Nachbars brachte uns bereits im Sommer sooooo viele Bananen (wie bereits berichtet), jetzt hat er uns wieder entdeckt und kam gleich mit einer großen Kiste Obst und Gemüse.

Jegliche Versuche es in irgendeiner Weise zu entlohnen, lehnte er strikt ab 🙁 Ah, wir wissen aber, das er mit seiner Familie ein Restaurant betreibt, da gehen wir eben nächste Woche mal hin:-)

Dienstag 5. November 2019

Da in unserem Kühlschrank noch einige Grillwürstchen aus Deutschland lauerten, haben wir rasch einige Segler vom Steg zusammengetrommelt um einen schönen Grillnachmittag zu verbringen. Gesagt, getan, jeder packt noch ein, was er selbst verzehrt und schon geht die Karawane los Richtung Puntagorda. Dort ist nämlich ein ganz toller Grillplatz mit Tischen, Bänken, Grillhäuschen, Toiletten, Wasser und Holz. Losgefahren sind wir bei schönen warmen 29°C, doch in Puntagorda sank die Temperatur gleich um 5°C mit sehr viel Wind. Gut, das wir alle Jacken eingepackt haben!

Die Männer hatten Spaß bei ihrem Feuerchen und mit dem „Parkwächter“, dem Holger mehrfach half, den richtigen Weg zu finden. Ob er wohl schon zu tief in ein Gläschen geschaut hat?

Wir hatten auf jeden Fall einen schönen gemütlichen Nachmittag und die Würstchen schmeckten herrlich!

Mittwoch, 13. November 2019

Irgendwie hatten wir im Kopf, das heute in El Paso eine Fiesta de San Martin stattfindet, also rein ins Auto und hin. Holger und Carmen von der SY Aplysia begleiten uns, und in El Paso finden wir direkt einen Parkplatz, was schon sehr ungewöhnlich ist! Ah jetzt ja…… vertan, vertan…. das Fest ist erst am Samstag, den 16. November. Da hat sich Gaby wohl total im Gehirnkästchen geirrt. (Ein Bekannter, der da Martin heisst und heute Geburtstag hat, kam in Verbindung mit der Fiesta de Martin).

So machen wir halt eine kleine „Ortsbesichtigung“, vorbei an schön bemalten Häusern

und kehren in eine kleine Bar an der Kirche ein. Dort probieren wir mal ein ungewöhnliches Tapas-Gericht; Chipriones (kleine Tintenfischtuben) gefüllt mit Gehacktem, Meeresfrüchte kombiniert mit Fleisch! OK, war zwar nicht schlecht aber es wird nicht zu unseren Lieblingsgerichten zählen!

Samstag, 16. November 2019

Neuer Versuch zum Besuch der Fiesta de San Martin in El Paso; und siehe da, es riecht schon nach gerösteten Maronen und die Musik weist uns den Weg. Da wir geröstete Maronen nicht kennen, versuchen wir mal eine Probeportion für alle zu erhaschen, doch es erweist sich nicht als so einfach! Mit Essensmarken gab es kein Problem, doch wir wollten ein Glas Rotwein dazu haben! Also nochmal anstellen bei den Marken, mit den Marken anstellen zum Glas holen und dann anstellen, um das Glas befüllen zu lassen; komisches System, da doch diese 3 Ausgabepersonen in einer Reihe standen!

Na egal; die Maronen schmeckten lecker (wir hatten ja einen Schäler: Holger hat sich bereit erklärt) und es blieb nicht bei der einen Probeportion! Die Live-Band spielte auch schöne Rockmusik, was will man mehr??

Abends gab es dann noch eine Veanstaltung in Tazacorte; ein Deutsch-Palmerischer Kulturaustausch. Es wurden Folkloretänze gezeigt, deren Herkunft und die verschiedenen Trachten auch in Deutsch erklärt wurden. Danach traten noch 3 Solosängerinnen und eine schicke Jugendtanzgruppe, die nachn moderner Musik tanzten auf. Na ja, danach traten wir dann auch wieder unseren Heimweg an. Zwei Termine an einem Tag; ganz schön anstrengend!

Montag, 18. November 2019

Die Adventszeit ist zwar noch nicht, aber für Plätzchen ist es nie zu früh, also fangen wir schon mal langsam an. Heute sind zwei Sorten angesagt, morgen nochmal 2 Sorten usw.

Mittwoch, 20. November 2019

So, 5 Sorten sind bereits fertig, für heute ist Spritzgebäck angesagt. Carmen von der SY Aplysia hat sich bereit erklärt, als „Dreherin“ am Fleischwolf zu stehen, denn bei Teig von 1500g Mehl ist reichlich zu drehen und Wolfgang kann ich für diesen Job nicht so sehr begeistert. Carmen und ich hatten auf jeden Fall reichlich Spaß und das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen und schmecken lassen!

Freitag, 22. November 2019

Es gibt hier auf der Insel eine Zeitung „Correro del Valle“, die in spanisch und deutsch erscheint und darin ist ein schöner Text mit der Übersetzungshilfe für das Wort Mañana beschrieben, das sehr oft bei den Spaniern benutzt wird und wir Deutschen schonmal verzweifeln:

Mañana“ ist mit Abstand das geläufigste spanische Wort der Welt. Dass es in Wahrheit einfach nur morgen heißt, weiß wahrscheinlich gar keiner. Wer hält sich im digitalen Zeitalter schon ans gedruckte Wort? Die verbreiteste Übersetzung „ morgen nur nicht heute, sagen alle faulen Leute“ stammt zweifelsfrei von fleißigen Alemannen, die den Rest der Welt mit gefühltem Wissen überrollen und Antworten von morgen gestern formulieren, ohne zu wissen, was heute oder übermorgen los ist. Wer mañana sagt, weiß das auch nicht, egal was er fühlt. Wenn er morgen sagt, meint er irgendwann, weil er zwar weiß, dass morgen morgen wäre, er aber, würde er das so meinen, etwas versprechen würde, von dem er nicht wüsste, ob er es halten kann, weil eben niemand weiß, ob er am nächsten morgen überhaupt aufwacht. Ist das wider Erwarten doch der Fall, freut er sich über den heutigen Tag und genießt diesen, als sei es sein letzter. Das, was er eigentlich vorhatte, kann er ja auch morgen erledigen. Weil, täte er es heute und morgen ginge die Welt unter, wäre es vergebliche Liebesmüh. Das hat absolut nichts mit Faulheit zu tun, sondern ist Vermeidung unnötiger Zeitverschwendung. Damit wären wir mitten in der Übersetzungsschnittmenge, denn Bruder Fleiß hasst nichts mehr als eben diese Zeitverschwendung. Kurz gesagt ist mañana die einzige Ode an das Leben! Und das geht auch weiter, wenn Wasserrohre brechen, Haustürschlüssel abbrechen, Heizungen ausfallen, Dächer undicht sind. Autos liegen bleiben, wichtige Dokumente auf sich warten lassen, der Strom ausfällt, ganze Mauern einstürzen oder einem die Luft wegbleibt. Mañana ist alles wieder im Lot. Versprochen! Quelle: Correro de Valle No 12

Besser kann man es einfach nicht beschreiben, auch wir waren schon hin und wieder von diesem Phänomen betroffen!

Mittwoch, 27. November 2019

Kleine Wanderung am Berg El Time!

Den Weg kann man nicht erkennen, er schlängelt sich den Berg hinauf! Ich habe heute nicht die Absicht dort hoch zu gehen, das lässt meine Bänderdehnung noch nicht so richtig zu, doch bis zu den ehemalig bewohnten Höhlen klappt das schon!

Dieser Weg hat eine geschichtliche Bedeutung, denn seit 500 Jahren vereinfacht er die Kommunikation zwischen des Hafens von Tazacorte mit dem Norden und Nordosten der Insel und wurde hauptsächlich zu kommerziellen Zwecken genutzt.

Die vielen Natursteinhöhlen wurden noch bis vor wenigen Jahren von den nördlichen Einwohnern als Unterkunft während der Fischsaison genutzt.

Doch nachdem immer mehr Aussteiger sich dort ansiedelten, wurden die Höhlen verschlossen. Schade eigentlich, denn von hier oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Dorf und den Hafen;





Samstag, 30. November 2019

„Blanco Dia“ in Los Llanos; was immer das auch sein mag, wir schauen es uns mal an. Losgehen soll es um 17.00h, aber wie es immer so ist hier auf den Insel, findet das Highlight immer erst 2 oder 3 Stunden später statt. Also fahren wir erst um 18.00h los, essen noch ein paar Arepas und dann stürzen wir uns ins Gewimmel! Mann o mann, so viele Leute haben wir noch nie in der Stadt gesehen; Es ist ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut, es gibt Wein und gegrillte Maronen und sogar viele Weihnachtsdeko zu kaufen. Die Geschäfte haben alle auf und laute Musik dröhnt aus den Lautsprechern, aber keine Weihnachtsmusik, sondern eher härtere Sachen. Als wir in die Nähe der Plaza kamen, trauten wir unseren Augen nicht! Noch mehr Menschen, da war schon schieben angesagt um an die Krippe zu gelangen. Die Krippe hat hier nicht so viel mit dem Stall Bethlehem zu tun, es werden Gebäude der ganzen Stadt nachgebaut und das Jesukind wird dann an Heiligabend in ein Haus gelegt.

Auf der Bühne war auch einiges los und nach einem Tusch wurde dann der Himmel beleuchtet. Die ganze Einkaufsstrasse ist regelrecht überhimmelt mit Lichterketten, das sieht richtig schön aus und wirkt gar nicht kitschig.

Freitag, 6. Dezember 2019

Zu uns kommt heute nicht der Nikolaus, nein es sind Enkelin Laura mit Freund Maik; aber leider nur für 4 Tage, mehr Urlaub war nicht mehr drin für dieses Jahr. Der Flieger hatte nur 40 min. Verspätung, da wurde das Bier und der „Hugo“ nicht warm, alles gut! Während die beiden einen kleinen Spaziergang zum Strand machten, wurde in der Pantry ein kleines süsses Nikolaus-Weihnachtsessen vorbereitet;

Samstag, 7. Dezember 2019

Nach dem ausgiebigen Frühstück fuhren wir nach Los Llanos, hörten uns ein Rock-Konzert in der Stadt an und schlenderten gemütlich durch die engen Gassen. Abends gab es eine kleine „Fleischorgie“ im Restaurant Las Norias;

Kurz vor dem Essen konnten wir noch dieses schöne Bild machen:

Sonntag, 8. Dezember 2019

Die Himmel ist strahlend blau, also schlägt Wolfgang vor, auf den Roque de los Muchachos (2.436m hoch) zu fahren. Ups, unterwegs zieht sich aber so langsam alles zu, wir fahren sogar durch eine Nebelwand und die Temperaturen fallen so auf 6°C in der Höhe und der Wind pfeift heftig. Da macht das Aussteigen keinen Spaß! Also nur einen kurzen Blick von oben herab und schnell wieder ins Auto. Zurück fahren wir in Richtung Puerto de la Cruz eine Kurve nach der anderen und sind froh, wieder auf der Mon Amour zu sein. Hier ist es wenigstens schön warm!!!

Montag, 9. Dezember 2019

Laura und Maik legen einen Strandtag ein und wagen sich sogar in das ca 19-20!C kalte bzw. warme Wasser.

Dienstag, 10. Dezember 2019

Ups, schon sind die 4 Tage wieder vorüber, die beiden packen ihre kleinen Köfferchen wieder. Auf dem Weg zum Flughafen machen wir noch ein Stop beim Hiper-Dino Supermarkt, es gibt da noch ein paar Leckereien, die die beiden mit nach Deutschland nehmen wollen.

Montag, 16.Dezember 2019

Heute fliegt Gaby für 2 Wochen nach Deutschland über die Feiertage. Wolfgang hingegen hat sich für die „freie“ Zeit eine Menge Arbeit vorgenommen. Von den Ergebnissen werden wir berichten! Bis dahin wünschen wir allen:

Neues gibt es im Jahr 2020……